23. Festival
20.02. - 25.03.2018

VVK-Start am 06.12.2017
ab 11.00 Uhr

23. Festival

20.02. - 25.03.2018

VVK-Start am 06.12.2017
ab 11.00 Uhr

Pressestimmen 2012

Compagnie Marie Chouinard

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„Grandios und grausam.“
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„Die außergewöhnliche Truppe hatte ihre Choreographie ‚Body_Remix/Goldberg_Variations’ dem eindrucksstarken Industriegebäude angepasst und bot zwischen rostrot erleuchteten Erinnerungen an harte Industriearbeit, in mystisches Blau getauchten Fenstern und imposantem Tribünen-Gitterwerk eine Abfolge verstörender Bilder, die alle Grenzen des modernen Tanztheaters sprengten.“
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„Quälend langsam ragen aus einer eng beieinander stehenden Menschengruppe einzelne Gliedmaßen heraus, werden Schultern angehoben und gesenkt. In ihren grauen Fetzen erinnern die zehn Tänzerinnen und Tänzer, die im Laufe des Stücks ihre Körper fast komplett entblößen, an die Insassen des Hospizes zu Charenton aus Peter Weiss’ Drama ‚Verfolgung und Ermordung Jean Paul Marats’.“
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„Skurril und virtuos verwachsen Krücken und Gehhilfen, Rollbretter und Rollatoren mit den Körpern und sorgen für schmerzvolle Akrobatik.
Das Ringen um Nähe und Macht, die Szenarien von Unterwerfung, Liebe, Kontrolle und Kontrollverlust, der Traum vom perfekten Körper entwickeln sich zu subtil bis schrill verzerrten Klängen aus Glenn Goulds Interpretation von Bachs ‚Goldbergvariationen’.“
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„Zwitterwesen und Fesselungen mit weißem und schwarzem Band verstärken den Eindruck einer aussichtslosen Rebellion.“
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„‚Body_Remix/Goldberg_Variations’ treibt experimentelles Tanztheater buchstäblich auf die Spitze. Und wenn zum Schluss die Stützapparate an den Halterungen baumeln, zuckt in ihrer Reihe hoch oben noch eine einsame schmale Gestalt. Ein sterbender Falter in einem Himmel, der sich verdunkelt.“
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Aachener Zeitung / Aachener Nachrichten
3. März 2012
Sabine Rother

 

Scapino Ballett Rotterdam

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„Die magisch ausgeleuchtete Industriearchitektur bot einen stimmigen Rahmen für den Kampf der Körper und Seelen. ‚Beautiful Freak’ sieht Goecke als Hommage an den Jazzmusiker Chet Baker, zu dessen Songs getanzt und gelitten wird.“
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„Das ausschließlich von Männern getanzte Werk, das wie ein strenges Tanztraining beginnt, zeigt flirrende Hände, Körper, die mit ihren Gliedmaßen kämpfen und ihre Individualität mehr und mehr verlieren. Dabei sind die Armschwingungen der Tänzer so schnell und messerscharf, dass der Eindruck einer optischen Täuschung entsteht, das Auge kaum mitkommt. Das Ringen um neue Harmonien wird in archaische Bilder umgesetzt.“
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„Auf den wunderbaren Klanglinien zweier Cello-Suiten bewegen sich Chiara Mezzadri und Maxime Lachaume in einem in klaren Strukturen gestalteten Pas des Deux, der klassischen Bühnentanz und Modern Dance zu einer intensiven, höchst emotionalen Geschichte von ersehnter Annäherung und gefürchteter Umklammerung, inniger Verbundenheit und dem Wunsch, sich nicht zu verlieren formt – eben den wechselhaften und unerklärlichen Schwingungen zwischen Mann und Frau.“
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„Was an die Straßenszenerie der ‚West Side Story’ erinnert, ist das zeitlose und gänzlich unsentimental beleuchtete Thema einer heftig um Identität ringenden Jugend im kalten, schmutzigen urbanen Raum. Mit viel Energie tanzt das Ensemble die mal rührenden, dann wieder rüpelhaften Versuche von Nähe und Hingabe. Die Tänzer agieren und reagieren, sind trotzig und am Boden zerstört, brauchen Zärtlichkeit und schlagen im nächsten Moment die tröstende Hand fort.
Das geht unter die Haut.“
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Aachener Nachrichten/Aachener Zeitung
9. März 2012
Sabine Rother

 

Het Nationale Ballet

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„Tanz pur, die magische Einheit aus Kraft und Eleganz, eine Leichtigkeit, die nur mit eiserner Disziplin zu erreichen ist und selbst perfekt trainierte Körper heftig ins Schwitzen bringt.“
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„Der Pas de Deux bleibt für ihn zeitlose Kunstform, in der sich Mann und Frau definieren (…).“
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„Das erste Paar tanzt distanziert und feinsinnig und sehr in sich gekehrt.
Er ein wenig ‚Prinz’, die elfenhafte ‚Prinzessin’, mit zarter Annäherung, federnden Hebungen, Posen, die bis in die Fingerspitzen stimmen. Zärtliche Distanz auf rosafarbenen Satin-Spitzenschuhen.“
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„An die ausdrucksstarken Bilder von Henri Matisse mit tanzenden Paaren im Ringen um ihre natürliche Entfaltung erinnert ‚two’, das zweite Stück.“
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„Er körperbetont männlich, sie rebellisch weiblich, der neue Mensch auf dem Weg in die Zukkunft, ein ewiges Ringen der Geschlechter.“
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„Nach der Pause dann die mit Spannung und Vorfreude erwarteten fünf Tangos’ für Bandoneon von Astor Piazolla, eine Choreographie als zeitloses Meisterwerk (…).“
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„Die Herren in anthrazitfarbenen Hosen und sich bauschenden Hemden, die Damen in Schwarz-Rot, streng frisiert. Die Essenz des Tango – Lust und Schmerz, Zärtlichkeit und Aggression, Stolz und
Sehnsucht – setzt die Compagnie in klaren Bildern um.
Hier verbinden sich erotische Kraft mit klaren modernen Linien.“
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Aachener Zeitung / Aachener Nachrichten
19. März 2012
Sabine Rother

 

Do-Theatre Dance Company & Guests

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„Auch bei ‚Sin Agua’ erlebt man sie wieder, diese Fähigkeit, schwere Träume und geheime Gedanken in surrealen Bildern umzusetzen und sie gleichzeitig von blitzschnell gezündetem schwarzen Humor zu durchkreuzen.“
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„Hier mutiert der Tanz zur absoluten Regentschaft über den Körper, zerfließen die Gestalten wie Dalís berühmte Uhren und seine Don-Quijote-Fantasien, um danach mit dem Überlebenswillen urtümlicher Kreaturen weiterzukriechen, sich zu verbiegen und sich erneut in Körpern zu manifestieren.“
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„Zwischen Texas und La Mancha, zwischen den 50er Jahren an der Route 66 mit ihren Straßenkreuzern und den bedrohlich schwarzen Flügeln einer maroden Windmühle bewegen sich die Szenen einer Suche. Hier entdecken sie nicht nur die Welt einer alten Tankstelle, an der niemand hält, sondern auch das gesellschaftliche System von Ausgrenzung und Kumpanei.“
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„Blues und Jazz, dann wieder ein paar Akkorde aus Bizets ‚Carmen’, die sofort wieder zerreißen, Harmonien, die in rostigen Türangeln zerrieben werden, so wirbeln die Paare über die Bühne. Die roten Blumen im Haar und dämonisch schwarze Mühlen-Assoziationen schlagen erneut die Brücke von Texas nach Spanien.“
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„Die große Suche – nach was eigentlich? Wasser, Liebe, Leidenschaft oder Macht? Wenn der Regensturm die riesigen Kakteen der Wüste peitscht, treibt das Do-Theatre seine kraftvolle Inszenierung auf die Spitze. Überdimensional ragen die stacheligen Formen auf, es schüttet und es wird dunkel. 60 Minuten sind zerflossen, wie die Landschaften eines Dali, und dennoch bleiben sie surreale Realität – wie die Vision eines Don Quijote.“
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Aachener Zeitung / Aachener Nachrichten
18. März 2012
Sabine Rother

 

Richard Alston Dance Company

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„Luftig und locker der Beginn des Abends: ‚Shuffle It Right’, eine choreographische Arbeit von Alston und zugleich eine Hommage an den amerikanischen Komponisten, Pianisten und Sänger Hoagy Carmichael (1899-1981), ein Jazzer, der Standards wie ‚Georgia On My Mind’ oder ‚Lazy River’ schrieb.“
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„Die Akteure balancieren in ihren Bewegungsabläufen geradezu auf Texten und Melodien der Songs. Witzige Kombinationen sorgen für ein abwechslungsreiches Bild, geschickt werden Tanzformen der Zeit – ein bisschen Charleston, ein bisschen Shimmy, ein bisschen Square Dance – zu einer sehr frischen ‚Gartenfest-Bowle’ gemixt.“
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„Nach der ersten Pause wechselt die Stimmung: Martin Lawrance ist der Choreograph von ‚Lie Of The Land’, der sich Ned Rorems scharf akzentuierendes Streichquartett Nr. 4 ausgesucht hat, um Verstrickungen, das Ringen um die eigenen Sehnsüchte und die nicht einfachen Verbindungen zu anderen Menschen in eine Körpersprache umzusetzen, die eindringlich und ernst ist.“
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„Das zeitgenössische dritte Stück ‚Roughcut’ (uraufgeführt 1990) von Richard Alston hat auch in den über 20 Jahren seit der Entstehung nichts von seiner Ausstrahlung verloren.
Wenn Steve Reichs Werk ‚New York & Electronic Counterpoints’ von Roger Heaton (Klarinette) und James Woodrow (Gitarre) live auf der dämmrigen Bühne gespielt wird, spürt man die suggestiven, sich in Arabesken bewegenden Klanglinien nahezu körperlich.
So ist man den Tanzenden nah, fühlt das Beben in diesem Klangkosmos und verbindet es mit der Bewegung der Körper.“

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Aachener Zeitung / Aachener Nachrichten
26. März 2012
Sabine Rother

 

Wayne McGregor | Random Dance

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„‚Entity’, eine Arbeit McGregors aus dem Jahr 2008, ist eine kluge, hintergründige und komplexe Choreographie. Die Übersetzungen des Titels bewegen sich zwischen ‚Gebilde’, ‚Seiendem’ und ‚Dasein’. Der radikale Einsatz neuer Technologien, gewaltiger elektronischer Klangkulissen, sowie filmischer Mittel ist eine Spezialität McGregors. Und so sorgen Coldplay sowie Jon Hopkins von Massive Attack und der Komponist Joby Talbot für 60 spannungsreiche Klangminuten. “
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„Männer wie Frauen bewegen sich barfuß und glänzend trainiert auf höchstem tänzerischem Niveau.
Die Körper, schlicht und knapp schwarz-weiß bekleidet, winden und verdrehen sich, Wirbelsäulen werden gerundet, verbogen und abgerollt, Köpfe entwickeln nahezu abnorme Gegenbewegungen zu Schultern und Armen. Nirgends scheinen Knochen, Sehnen oder Gelenke im Wege zu sein.“
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„Zwischen den Paaren gibt es statt zärtlich-sehnsüchtiger Berührung ein unvermindert heftiges Ringen, immer wieder den tastenden Griff um die Taille, das mit panisch zappelnder Gegenwehr beantwortete Anheben und Zerren. Sobald das Licht schwindet, formiert sich die Gruppe wie durch einen inneren Befehl zur dunklen Chiffre.
Dann hebt sich die rechteckige helle Hinterwand, und es erscheinen neue Projektionen: trüb Flüssiges, Amöben und von Hand gekritzelte Formeln, ein emotionsloses Drängen nach Zellteilung und Fortentwicklung.“
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„Aber der Mensch bleibt tief unten, windet sich am Boden und sucht eine Existenz in mühsam geschaffenen Formen.“
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„Urzeit oder Endzeit? Wer weiß das schon. Betäubend dazu die Musik, die jeden anderen Gedanken auslöscht, den Blick auf die Bühne zwingt und den Puls in die Höhe jagt.“
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Aachener Nachrichten / Aachener Zeitung
1. April 2012
Sabine Rother